Bully!

Das Thema dieses Musicals ist unverkennbar etwas, das Kinder und Jugendliche heutzutage gut verstehen, denn oftmals sind sie selbst Opfer, Mitläufer oder Täter oder kennen die Problematik von anderen.
Bully englisch für körperliches Fertigmachen, Tyrannisieren, Schikanieren, Pisaken, Ausgrenzen, Einschüchtern Die Hauptfigur Kim ist die Anführerin einer Mädchengang. Die Mädchen nehmen einen aggressiven, ausgrenzenden Lebensstil an, bis Kim´s eigener Bruder zum Opfer ihrer Grausamkeiten wird.
Dieses aufregende Musical mit seinem cleveren Script und den ins Ohr gehenden Liedern fesselt und regt zum Nachdenken an. Die gleichaltrigen Zuschauer werden mit allen Sinnen an das doch so brandaktuelle Thema herangeführt und können ihre Gedanken direkt auf der Bühne einbringen.

Asperger Jugendliche haben dieses Musical für ihre Altersgenossen einstudiert. Die Schulen haben nun die Möglichkeit für Schulklassen das Stück zu buchen. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler aller Schularten ab Klasse 6.
Eine Nachbearbeitung im Unterricht durch die Schulsozialpädagogik ist möglich.


Die Theatergruppe

Die Theatergruppe entstand im Rahmen des Aufgepasst?! – Clubs.
Im „Aufgepasst-Club“ werden bereits Kinder ab dem Grundschulalter gezielt sensibilisiert und gefördert. Der Club soll die schwierige Schnittstelle zwischen Grundschule und weiterführender Schule vernetzen und den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen erhalten. Ein Gedanke ist, dass die Kinder und Jugendlichen durch den steten Kontakt zu uns professionelle Möglichkeiten der Konfliktlösung nutzen und uns im Falle von bekannten Gefährdungen informieren, statt sich zu selbstmotivierten „Racheaktionen“ verleiten zu lassen.
Die Gruppe – bestehend aus Werkreal-, RealschülerInnen und GymasiastInnen – existiert nun schon seid 2 Jahren und trifft sich regelmäßig zu den Proben.
Teilweise basierend auf der schauspielerischen Grundausbildung in der „Theaterbande Asperg“ wurden die Jugendlichen in Schauspiel und Bühnenpräsenz, sowie später der Methode Theatre-In-Education geschult.
Das Stück feierte im Jahr 2012 Premiere an der Markgröninger Realschule.

Leitungsteam:
Tobias Keller: Dipl.-Sozialpädagoge (FH), Spiel- und Theaterpädagoge, Schulsozialpädagogik Stadt Asperg, Theater TIE-Break (Theatre-In-Education)
Jelena Kostin: B.A. Soziale Arbeit, Jugendhaus Asperg
Rainer Öxle: Dipl.-Sozialpädagoge (BA), Jugendhausleiter Stadt Asperg

Die Methode

Das Bühnenstück „Bully“ wurde von einer Asperger Jugendgruppe einstudiert, um es zielgerichtet gegen Mobbing einsetzen zu können. Um die Effektivität zu erhöhen, wurde das Originalstück nach der Theatre-In-Education-Methode umgearbeitet.

Theatre-In-Education kommt aus Großbritannien und arbeitet nach folgendem Prinzip:
In einem Theaterstück wird mit den künstlerischen Methoden des Theaters eine alltägliche Problematik dargestellt. Die Zuschauer haben dabei die Möglichkeit, den Ausgang des Stückes so zu gestalten wie sie es für richtig erachten. Die Schauspieler nehmen jeden Lösungsvorschlag auf und improvisieren damit den Fortgang der Handlung. Das Publikum findet das Ende der Geschichte. Dies bedeutet: Jede Vorstellung hat ein anderes Ende, da die aktuelle Situation des Publikums die Handlung in die eine oder andere Richtung lenkt.
Dies wird dadurch erreicht, dass das Stück immer wieder durch kurze Aktionen, wie "Still Imaging", "Hot Seating", "In-Role-Technik" und "Forum Theater" unterbrochen wird, an denen das ganze Publikum aktiv teilnimmt.

"Still Imaging"
Die Schauspieler verlassen ihre Rollen und bauen mit Kleingruppen Standbilder (Statuen) zu den gesehenen Gefühlen und Eindrücken.


"Hot Seating"
Die Zuschauer haben die Möglichkeit, die Figuren des Stücks zu befragen, um Näheres über ihren Verhaltenshintergrund und ihren Charakter herauszufinden.


"In-Role-Technik"
Den Zuschauern wird das ganze Stück über Einblick in eine Rolle gegeben, um Verhaltensweisen nachvollziehbar zu machen, Schwellenangst abzubauen und kreatives Arbeiten bei der Veränderung der Rolle zu ermöglichen.


"Forum Theater"
Die Szenen werden rückwärts gespielt und die Zuschauer müssen "Stop" rufen, wenn jemand denkt, es müsse sich etwas ändern, damit das Stück einen positiven Verlauf nimmt. Die Schauspieler unterbrechen bei jedem "Stop" die Szene und "frieren" zum Standbild ein. Der Moderator erfrägt dann den Publikumsvorschlag und gibt das Zeichen zum Weiterspielen. Die Schauspieler nehmen die neuen Anregungen spontan auf und geben der Szene einen neuen Verlauf. Zuschauer aus dem Publikum können ihre Idee auch selber umsetzen und mit den Schauspielern ihre Idee auf der Bühne ausprobieren.